Dienstag, 3. Juli 2007

Der Bücherclub

Seit gut 10 Jahren nutzte ich extrem intensiv die Straßenabahn. Wer länger mit dem ÖPNV´s fährt kann die Fahrgäste in verschiedene Gruppen einteilen. Vorweg muss man sagen das es zwei Hauptgruppen gibt, die Experten und die Leihen, die zweite Gruppe nervt unheimlich. Sie fahren meist am Samstag oder Sonntag kaufen sich die falschen Tickets, setzten sich auf Behindertenplätzte und missachten die ungeschriebenden Gesetzte.
Ich gehöre zu den Lesern (also den Experten), meist sitzten sie ruhig auf ihren Plätzten und lesen in ihren Büchern. Irgendwie gehören sie zusammen, man weiss was man denkt und es ist klar das es keinen anderen Ort gibt wo man sich besser in seine Traumwelt flüchten kann. Um einen herum die anderen, eine Oma setzt sich auf den Behindertensitzt, eine Mutter beruhigt ihre Kinder, zwei Teenager hören laut über ihr Handy Musik und ein Obdachloser spricht mit seinem Hund. Die Leser stellen in diesem Miniuniversum die ruhigen Beobachter da. Denn jeder der Leser guckt manchmal über seinen Buchrand hinaus. Mich würde interessieren wer hinter den Büchern steckt? Die prüde Hausfrau oder vielleicht doch die Lehrerin auf dem Weg zur Schule. Ich glaube man würde die eine oder andere Überraschung erleben. Das ist aber auch der Grund warum es besser ist nicht zu wissen was dahinter steckt, denn sonst könnte man nicht mehr ausmalen wer sich hinter dem Reclam Heftchen versteckt.

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