Sonntag, 23. Dezember 2007

Das Aussterben der Dinosaurier

Nein Leute, ich bin jetzt nicht auf der Bio- Schiene sondern möchte euch mal wieder was von meinem Lieblingsautomobilhersteller aus den USA erzählen.
Jeder von euch kennt das Klischee der amerikanischen Autos, großer Hubraum, verbraucht mehr als ein LKW, ist groß wie ein Bus und hat Ausmaße die jeden europäischen Luxuswagen in den Schatten stellen würden. Dies sind teilweise leider immer noch keine Klischees sondern die Realität, es hat sich aber einiges in den letzten 15 Jahren getan. So ist der Verbrauch in Relation gesunken, auch der Hubraum ist längst nicht mehr so groß und die Ausmasse sind im Vergleich kleiner geworden. Trotzdem sind die Daten im Vergleich zu den europ. Herstellern immer noch ein Witz.
Selbst große Autos wie die S- Klasse oder der Volvo S- 80 verbrauchen bei angemessener Fahrweise selten mehr als 12- 13 Liter, des weiteren fahren wir in Europa viel Diesel- Fahrzeuge und die verbrauchen in dieser Fahrzeug- Klasse deutlich unter 10 Liter.
Ein vergleichbar großes Auto in den USA hat einen Verbrauch von rund 16- 18 Litern, aber das ist im Vergleich zu früher wo der Verbrauch bei rund 20- 28 Liter lag ein echter Fortschritt. Diese sog. Dickschiffe, Schlachtschiffe oder auch Dinosaurier der Straße heißen in den USA Full Size Cars und sind nicht unbedingt große Luxuslimousinen sondern Fahrzeuge die ähnliche Ausmasse wie eine S- Klasse oder auch ein 7 er BMW haben aber einen sehr zivilen Preis. Eigentlich können sich bis heute sehr viele Amerikaner Full Size Cars leisten und sie gehören auch zu den meist verkauften Autos. Heute gehören folgende Autos in diese Klasse: Chevrolet Impala, Ford Taurus, Chrysler 300, Honda Accord oder auch der Toyota Avalon. Doch mit Dickschiffen hat das eher weniger zu tun, trotzdem währe der Europäer überrascht das man ein Auto in einer Größe einer S Klasse oder eines Volvo S 80 für ca. 25. 000- 30. 000 $ bekommt.

Das letzte wirkliche Dickschiffe wurde vor ca. 8 Monaten in den Ruhestand geschickt. Das ist nämlich der Ford Crowen Victoria.
Mit einem Verbrauch von bis zu 25 Liter und einer Aussenlänge die man sonst nur in dem Genre S- Klasse oder 7 er BMW findet sind viele Klischees erfüllt (Länge 5,39, Radstand 2,39 nur der Maybach ist länger). Auch der Raum zwischen der Rücksitzbank (bzw. dem sog. Fond) und den vorderen Sitzen ist extrem groß. Dieser Raum ist so groß das in den berühmten New Yorker Yellow Cabs eine imposante Plexiglasscheibe hinein passt. Der Standartmotor hat 8 Zylinder, 4,6 Liter Hubraum und 224/ 239 PS (in der Polizeiversion 340 bzw. 430 PS). Die meisten von euch werden ihn als Taxi in New York oder auch als Polizeiwagen kennen. Ganze zwei Generationen von Polizisten fuhren ihn neben dem Chevrolet Caprice/ Impala als Dienstwagen, auch die meisten Zivilwagen der Polizei/ FBI sind ein Big Vic (so der liebevolle Kosename unter Polizisten). Die hinteren Sitze sind weich wie Omas Sofa und der Automatikwählhebel ist natürlich noch am Lenkrad. Neben dem Verbrauch gibt es aber auch weitere Nachteile, speziell die Position des Benzintanks hat in der Vergangenheit für Furore gesorgt. In den 90´er Jahren gab es eine Reihe von Unfällen wo der Crown Victoria bei Auffahrunfällen in Flammen aufgegangen sind. Nach den damals geltenden Richtlinien hätte das nicht passieren dürfen. Ford musste den Crown Victoria verbessern da gerade die Polizei und Taxifahrer mit Rückgabe der Fahrzeuge gedroht hatten.
Man mag es kaum glauben aber ein weiteres großes Problem dieses Models ist der Kofferraum. Zwar ist er groß aber sehr zerklüftet, so dass man nicht wirklich viel da rein bekommen kann. Übrigens ist einer der Gründe für die Beliebtheit bei Polizei und Taxiunternehmern die sog. Crown Victoria Commercial Version die 6 Inch (ca. 15 cm) länger ist.

Die Verkaufszahlen im Privatbereich sind zwischen 2000 und 2005 um 90 % gesunken und auch die Taxiunternehmer sehen sich nach anderen Modellen um. Der New Yorker Bürgermeister möchte bis 2012 alle Taxis auf Hybridantrieb umstellen und die Polizei stellt mehr und mehr auf den Chevrolet Impala (gerne in kälteren Regionen benutzt da er einen Front- Antrieb hat) und den sehr schnellen Dodge Charger um. Der Abschied vollzog sich allerdings leise, ohne großen Presserummel wurde die Produktion für Privatleute eingestellt. Selbst auf der Internetseite von Ford gab es keine Meldung, lediglich wurde der Crwon Victoria aus dem Showroom entfernt. Im Jahr 2006 wurde gerade mal 3000 Big Victs an Privatpersonen verkauft. Der durchschnittliche Käufer war meistens älterer Generation und konservativ.
Ganz vorbei ist aber noch nicht, denn die Produktion läuft weiter. Denn für Taxiunternehmer und Behörden werder weiter Modelle gebaut. Gerade erst hat das LAPD 3000 Fahrzeuge geordert und 90 % der New Yorker Taxis gehören auch noch zu den Schlachtschiffen. Also, wenn man ihn nochmal live sehen will ist noch ein bisschen Zeit. Denn das Straßenbild beherrscht er im Bezug auf die Taxis und Behördenfahrzeuge immer noch.
Aber auch diese Produktionslinie wird bis 2010 eingestellt werden. Die letzte Entscheidung steht noch offen.
Der Preis für die letzten gebauten Fahrzeuge (für den Privat- Verkauf) betrug 25.445 $ (März 2007) hatte einen 4,6 Liter 8 Zylinder Motor mit 224 bzw. 239 PS. Es gibt eine Region wo es den Big Vic noch für Privatpersonen gibt, nämlich der Nahe Osten. Speziell in Kuwait findet man ihn noch zahlreich, nicht zuletzt wegen der Haltbarkeit, Fahrleistungen von 300. 000 Meilen (ca. 480. 000km) sind üblich. Es gibt in New York einen Taxifahrer der mit seinem Big Vic ganze 500. 000 Meilen (805.000 km) gefahren ist, denn der Motor ist unkaputtbar.
Eine Möglichkeit hat man als Privatperson noch, die Ford Marke Mercury baut den Mercury Grand Marquis. Der Grand Marquis entspricht dem Crown Victoria hat aber eine deutlich aufgewertete Ausstattung.
Die Zukunft des Crown Victoria ist ungewiss. Zwar ist die Produktion für den Privatsektor beendet aber in einigen Medien werden Gerüchte wach das Ford zwischen 2010 und 2015 einen Nachfolger auf den Markt bringen will.

Hier sind zwei Clips einer Dash- Cam eines amerikanischen Polizisten, man achte auch den Motorsound. 2 Clips...






Euer Dennis

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