Sonntag, 22. August 2010

Instrumente

Wie der ein oder andere von euch weiss gehöre ich zu den Leuten die unter Depressionen leiden. Leider ging das vor gut 6 Jahren soweit das ich für 6 Monate in der Psychiatrie war. Damals wurde ich unter "schwerste Depressionen mit Lebensmüden Gedanken (wird fachlich anders beschrieben" eingestuft. Das ist jetzt lange her und ich leide immer noch an Depressionen allerdings kann man das nicht mehr vergleichen mit der Situation von vor 10- 5 Jahren. Ich habe mittlerweile einen einigernassen geraden Lebensrhythmus gefunden und viele Dinge fallen mir einfacher wie z.B. aufräumen oder Wäsche waschen. Für Außenstehenden ist das nicht wirklich nachvollziehbar, aber Leute mit dem Hang zu Depressionen wissen wovon ich rede. Da kann es ein Erfolgserlebnis sein wenn man sein Bett gemacht hat oder geduscht hat. Das einzige was ich nie vernachlässigt hatte war die Arbeit und die Arbeit hat mich auch aufrecht erhalten.
Im Laufe einer Therapie, die ich natürlich gemacht habe bzw. noch mache, habe ich einige Instrumente erkundet die mir unheimlich weiterhelfen.
Das eine ist "Schreiben". Manchmal schreibe ich einfach Gedanke auf die mir durch den Kopf gehen oder was ich gesehen habe. Es gibt auch Phantasien die ich dann gerne festhalte.
Dann gibt es eine Zeitschaltuhr. Hört sich komisch an ist aber so. Um besser aus dem Bett zu kommen stelle ich eine Zeitschaltuhr an meiner Lampe ein die dann angeht wenn ich aufstehen möchte. Und es klappt. Der Wecker hilft gar nichts. Mit der Zeitschaltuhr war dieses Problem praktisch aus der Welt geschafft.
Das Dritte und stolzeste Instrument ist mein Diktiergerät. Auf die Idee bin ich gekommen, im Gegensatz zu der Zeitschaltuhr oder dem Schreiben. Das Schreiben hatte man mir in der Klinik empfohlen und die Sache mit der Zeitschaltuhr kam von meiner Therapeuthin. Das Diktiergerät hatte ich mir gekauft weil mir immer viele gute Sachen eingefallen sind, abends im Bett, die dann am nächsten morgen wieder weg waren. Bei Ebay hatte ich das Diktiergerät gesehen und mich direkt verliebt (da bin ich wie eine Frau), ich habe auch ein Post dazu verfasst. Auf das Diktiergerät quatsche ich alles was mir einfällt und trage es am nächsten Tag in meinen Kalender ein. Oder ich kriege einen Flash und rede eine Geschichte auf das Diktiergerät und schreibe sie auf. Manchmal auch Sachen die ich erlebt habe und ich los werden muss. Das ist mit Abstand das tollste Instrument.

Kommentare:

Oceanphoenix hat gesagt…

Hi Dennis,

... kann ich gut nachvollziehen, was du beschreibst. Gut, daß es dir mittlerweile besser geht, und daß du diese Instrumente gefunden hast - so etwas ist wirklich sehr hilfreich.

Mit der Antonov fliegen war sicher ein enormes Erlebnis :)

Herzliche Grüsse zu dir,
Ocean

Dennis hat gesagt…

Ja, das mit den Instrumenten ist eine chte Hilfe.Es ist gut zu wiessend as es auch andere Leute gibt die "wissen" wie es einem geht.
Die Antonov war der Hammer, laut dreckig aber liebevoll. Ich finde es immer noch unblaublich das sie in China und Polen noch in Lizens gebaut wird.
Grüße aus dem total verregneten OWL