Sonntag, 13. Februar 2011

Suche in der Vergangeheit

Eigentlich suchte ich Etiketten für meine neuen Schulbücher. Man muss ja reinschreiben wer man ist, damit der Finder der Bücher sie mir zurück schicken kann, wenn sie verloren gehen sollten.
Unter meinem Bett befinden sich zwei große Schubladen wo ich mehr oder weniger alles reinstopfe was ich nicht mehr sehen will oder wo ich keinen anderen Platz für finde. Die Sachen sind aus den verschiedensten Epochen meiner Lebens. Unter anderem habe ich auch eine perfekte Kreativausstattung gefunden. Stabilos (natürlich die große Box), einen Zeichenblock, Kohlekreide, Buntstifte, so eine Unterlage auf der man mit einem Tapetenmessen etwas ausschneiden kann und einen Block für Kohlekreidewischzeichungen.
Natürlich waren die Etiketten da nicht drin. In meinem Bücherschrank stehen einige Ordner und Schreibzubehör. Ich liebe jegliche Art von Schreibzubehör und kaufe mir auch jeden Schrott. Die Möglichkeit das da die Etiketten drin waren betand auch, da z.B. meine Folien die mich seit Jahren angucken und auf ihren Einsatz warteten.
Als ich alles rausgekrampt habe fielen mir auch die alten Akten in die Hände- aus den Zeiten wo es mir noch gut ging. Alles ganz ordentlich sogar die Telefonrechnungen- ich bin schon sehr traurig geworden, da es mir damals wirklich besser ging. (ohhh Gott, im Radio läuft gerade Jessie paint a picture- kotze gleich und der Schmalz läuft schon aus dem Radio) Ja, ich gebe zu das ich eine Träne nicht verkneifen konnte. Auf der anderen Seite sage ich mir, wofür ist es gut das ich jetzt so bin wie ich bin, vielleicht wäre ich jetzt so ein selbstgefälliges dummes Arschloch dass das Leben nicht zu schätzen weiss. Trotzdem war es früher besser. Ich habe weniger gewogen, war frischer, bin jeden Tag 15- 40 Kilometer Fahrrad gefahren.
Na ja, jetzt habe ich Ideale, mache mein Abitur, habe viel Sex und gehe gerne ins Kino. Das ist auch eine Art von Leben das ich geniessen kann.
Die Etiketten habe ich trotzdem nicht gefunden-

Ich wünsche euch einen schönen Sonntag

Kommentare:

Shoushous Welt hat gesagt…

Gabs eigenlich einen Auslöser fü deine Veränderung oder war das ein schleichender Prozess?

Wie lange brauchst du eigentlich noch fürs Abitur? Und noch ne Frage, warum hast du aufgehört zu zeichnen, machs doch mal wieder?

LG Shoushou

Dennis hat gesagt…

@ Shoushouse Welt: Hey, das sind viele Fragen die ich aber gerne beantworte.
Ich bin seit graumer Zeit Manisch Depressiv. Ich gehe davon aus das ich seit meinem 16, 17, 18 Lebensjahr depressiv bin. Es hat schlechtend begonnen und in dem Alter ist man mental noch nicht so weit um das zu registrieren. Dazu kam ab dem 20 Lebensjahr einige manische Phasen die aber immer heftiger wurden. Und danach die depressiven Phasen (das ist typisch) wurden immer tiefer. Das gipfelte dann in meinem 26, 27 Lebensjahr in lebensmüden Gedanken die mich für ca. 3- 4 Monte in die Psychiatrie gebracht haben. Einen Auslöser wie ein traumatisches Erlebnis in der Jugend gab es nicht, zumindest hat meine Therapeutin oder ich nichts heruasgefunden. Es ist ja bis heute nicht wirklich geklärt wodurch Depressionen geschweige denn Bi- Polare Phasen ausgelöst werden. In den Jahren nach der Psychiatrie ging es mir konstant besser. Allerdings hat sich dieser Trend letztes Jahr deutlich abgekühlt und ist auch wieder rückläufig geworden. Momentan würde ich sagen das sich der Trend immer noch deutlich nach unten bewegt allerdings ist das Gefälle nicht mehr so stark. Ich gehe mal davon aus das Mitte bis Ende des Jahres eine Stagnation eintritt. Das ist zumindest mein Ziel.

Ich brauche incl. dem Vorkurs 3,5 Jahre. Das Abitur an sich dauert 3 Jahre.

Ich habe einfach aufgehört, da sich mein Interesse stark auf das Fotographieren konzentriert hat. Aber, du hast recht, ich werde mal wieder malen, das tut gut.

Grüße